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Sektion Reckingen

Wie alle Ortschaften mit der Endsilbe "ingen" weisen die Ursprünge von Reckingen auf einen germanischen Stammesfürsten hin, vielleicht Recko oder Rocco oder so ähnlich. In Reckingen blühte nicht allein das Vogteiwesen, sondern auch die Mehrherrigkeit.

5 verschiedenen Herrschaften war das Dorf untertan: Mersch (5), Useldingen (15), Hollenfels(14), Pittingen (5) und den Herren von Reckingen gehörten 5 Gehöfte in der Feudalzeit. Letztere spielten in Luxemburg und sogar in Reckingen selbst keine große Rolle. Mit ENGEBRANDUS von Reckingen wird 1135 erstmals das adelige Geschlecht von Reckingen erwähnt.

1366 geht die Rede von einem gewissen GILKIN, auch Schiltz von Reckingen genannt. Um 1533 kommt Heinrich Fock, Herr von Heisdorf in den Besitz von Schloß Reckingen. Der Grabstein eines Nachkommens dieser Familie, Ernst Fock, der 1573 starb, befand sich noch vor der Restauration des alten Turms anfangs der 80er Jahren, an der Hinterfront des Gemäuers eingebaut.

Der letzte adelige Erbe, Charles de St. Boussaut verkaufte die Herrschaft Reckingen am 23.4.1699 an Peter Blom (oder Blum), Kapitän im Regiment de Newburg. Ein Nachkomme, Jakob Blum, seines Zeichens Mittel - Grund und Schaffherr des Hofes Reckingen unterschrieb die therisianische Katastererklärung, die seit 1766 erforderlich wurde. 1823 verkauften die "Blums" den Schloßhof von Reckingen an J.B. Thorn, Besitzer von Schloß Schoenfels, welcher den Besitz dann an Baron von Blochausen weiterverkaufte (heute im Besitz der Familie von Th. Hoffmann).


Im 30 jährigen Krieg büßte die Ortschaft 20% der vormaligen Haushalte ein. Zusammen mit Useldingen mußten sie Kriegssteuern an die Franzosen bezahlen. Nach dem Einmarsch der jakobinischen Revolutionstruppen wurde Reckingen eine Sektion der Gemeinde Mersch. Bei den Unruhen in Mersch, während der "belgischen Zeit" (16.5.1831) blieb man bescheiden im Hintergrund, doch 1848 (20.3.48), als die Revolutionsflamme in Europa wieder hell brannte, "rückten" die Reckinger in Mersch ein. Unter dem Kommando des Schäfers Martin Nilles wollten die Bauern dem Steuereinnehmer Trausch die Gemeindekasse entreißen. Doch die Krawalle endeten wie das Hornberger Schießen.


Von Reckingen stammen zwei Bürgermeister unserer Gemeinde: Franz Elsen aus dem berühmten "Schmitzhaus" von Reckingen, der in das Merscher "Grommeschhaus" einheiratete (Bürgermeister vom 31.8.1836 - 12.11.1838 und vom 3.6.1845 - 8.12.1848- also 2 Mandate), sowie Charles-Richard ARENDT aus dem "ENTGESHAUS" vom 26.12.1878 - 5.10.1881.

1862 brach "im Eck" eine Feuersbrunst aus, welcher 7 Häuser zum Opfer fielen. 1866 wütete die Cholera in unserer Gemeinde und raffte in Reckingen 6 Menschen dahin. 1892 erhitzten sich in Reckingen die Gemüter bezüglich einer projektierten Eisenbahn von Redingen via Nördingen, Saeul, Mandelbach, Hollenfels, Bruch, Reckingen nach Mersch. Doch infolge des sich anbahnenden 1.ten Weltkriegs wurde das Projekt auf Eis gelegt.

Die Kapelle wurde um 1745 gebaut, seitdem fanden aber viele Veränderungen statt. Der Visitationsbericht vom 7.10.1750 erwähnt auch eine Schulstiftung durch einen gewissen Peter SALENTINY (20.3.1722).

In Reckingen wurde also bereits zu Anfang des 18. Jahrhunderts eine Winterschule eröffnet, welche sich im Kaplanshaus befand. Nachdem man 1848 ein Schulhaus erbaut hatte, bestanden in "Recken" eine Knaben - und eine Mädchenschule. Die wohl bekanntesten Schullehrer von Reckingen waren zweifelsfrei Johann Peter Daubenfeld von Bissen (1874-1910), Gaston Frings von Petingen (1922-1953 nach 1953 noch 10 Jahre am Knabenobergrad in Mersch) sowie Cath. Weiler aus Wiltz (1887-1924).

Mehr als anderswo in unserer Gemeinde blieben die Reckinger Landwirte der Scholle treu, viele Bauernhäuser tragen noch die alten Namen ihrer einstigen Besitzer. Der ehemalige Kaplan von Reckingen, Jos Reuter (21.8.1917-4.9.1929) hat das alte Reckingen verewigt in seinem Buch: "Genealogische Haus - und Familienbilder von Reckingen-Mersch (1929).

 

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