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Sektion Pettingen

Als Ermesinde von Luxemburg mit Walram von Limburg die Ehe einging (12.2.1214), nahm der gesamte Hochadel Luxemburgs an diesem Ereignis teil. Erwähnt wird hierbei auch Pottier von Pittingen, Besitzer der Wasser - und Schutzburg in Pettingen. Ein Nachkomme, Arnold II, wurde Truchsess am Luxemburger Hofe und erhielt 1311 die Gerichtsbarkeit über seinen Herrschaftsbereich. Anfang des 15. Jahrhunderts erlosch der Mannesstamm der Pittinger und durch seine Heirat mit Irmengarde, Tochter und Erbin von Arnold IV, fiel die Herrschaft an Jean de Créange (Criechingen).

1582 wurde die Herrschaft von Pettingen zur Baronie erhoben, die Burg wurde damals kräftig restauriert, nachdem sie etwa 100 Jahre zuvor von den Österreichern zerstört worden war. Nach dem Einmarsch der Franzosen anno 1684, zerstörte deren General Sg. BOUFFLERS nahezu alle Burgen des Landes im Bereich der Festung, darunter auch die Pettinger Wasserburg. Schon 1850 war sie zu einer verwahrlosten Ruine verkommen. Durch Heirat war inzwischen Max-Gaétan de Bertrand de la Pérouse in den Besitz der Herrschaft gekommen. Letzterer ist auch bekannt als Schmittherrn von Bissen, dessen Hochofen er wieder in Betrieb nahm. 1837 erwarb der Fürst von Arenberg die Besitzungen der Erben der ehemaligen Adelsfamilie Pittingen - Criechingen und 1947 kam die Burgruine von Pettingen in den Besitz des Staates.

Das Dorf selbst erlitt im 30 jährigen Krieg großen Schaden. Von den 15 "Freien Güter", welche außer dem Frohnden noch den 10.ten und auch den 9.ten bezahlen mußten, blieben nach dem Krieg noch 10 Haushalte übrig ( in Essingen von 3 noch 2). Als "Schatzungh" waren 8 1/2 Pistollen an Stenay zu bezahlen. Als unser Herzogtum ab 1.10.1795 als "Wälderdepartement" Bestandteil der jungen französischen Republik wurde, entstand die Munizipalität Pettingen die zusammen mit 15 anderen Gemeinden dem Kanton Mersch angegliedert war (siehe hierzu auch Moesdorf).

Die Kapelle von Pettingen wurde an Stelle der alten Schloßkapelle (die Margaretenkapelle von Pettingen wurde bereits 1570 erwähnt) um 1725 neu errichtet. Um 1903 wurde sie zur Dorfstraße hin vergrößert. 1930 wurde sie restauriert und erlitt auch nach diesem Datum, besonders in neuerer Zeit kräftige Renovationsarbeiten, letztmals im Frühjahr 1994 , bei deren Gelegenheit sie am 10.7.1994 in Gegenwart von Mgr. Fernand Franck, Erzbischof von Luxembourg, inauguriert wurde.

Die Schulverhältnisse in Pettingen waren zu Beginn des 19. Jahrhunderts wegen der großen Armut der jungen Gemeinde schlecht. Die Schule wurde im Kaplanshaus abgehalten und dauerte vom 4.11. bis den 16.3. Am 14.9.1851 wurde eine permanente Schule in Pettingen geschaffen, welche laut Gemeindebeschluß von 26.10.1856 zweigeteilt wurde d.h. die männliche Jugend ging nach Moesdorf zur Schule und die Mädchen in Pettingen (vice versa für Moesdorf).

Die ersten Lehrer in Pettingen waren die Geistlichen Nic. Schmit und Nic Oswald, später die Berufslehrer Mich Link, J.Waldbillig usw.

Essingen war stets eng mit Pettingen verbunden. Außer ein paar Häusern und Gehöften befand sich dort eine kleine Mühle, die nach dem Krieg in eine Kraftstromzentrale umgewandelt wurde.

Gegenüber Essingen, jenseits der Alzette befand sich Hilbach nebst dem Hilbacherhof, Siedlungen die nach dem 1.ten Weltkrieg von der Landkarte verschwunden sind.

Im alten Burgdorf Pettingen wird noch relativ viel Landwirtschaft getrieben.

Vor 150 Jahren, konnten viele Pettinger ihre Haushaltskasse aufbessern, indem sie als Fuhrleute, Erzwäscher, Erzsucher usw. auf den oberhalb ihres Dorfes liegenden Bohnenerzfeldern lohnende Arbeit fanden. Infolge der schlechten Verkehrsverbindungen und abseits von großen Städten gelegen entwickelte sich das Dorf nur langsam und blieb seinem charakterhaften dörflichen Aussehen bis in unsere Tage treu.

 

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