
Obschon die Alzettedörfer Pettingen und Moesdorf seit ewigen Zeiten eng zusammenlebten gehörten sie im Mittelalter verschiedenen herrschaftlichen Bereichen und Gerichtsbarkeiten an. Moesdorf war dem Grundherrn von Mersch verbunden, während Pettingen/Essingen von den Schloßherren Pittingen-Criechingen abhängig war. Der größte Reichtum Moesdorfs bestand in jener Zeit aus einem 100 Morgen messenden Sektionswald, den sie mit den Dörfern Beringen und Glabach teilten.
Vor dem 30 jährigen Krieg zählte die Herrschaft Mersch 10 leibeigene Güter, nach 1656 waren es nur noch 8. Die Gemeindeschuld belief sich auf 200 Gulden und die "Schatzungh" (Kriegskontribution) belief sich auf 27 "Pistollen", halbjährlich, die man gemeinsam mit Beringen an Diedenhofen zu zahlen hatte.
In der französischen Ära (1795-1814) bildete Moesdorf zusammen mit Pettingen und Essingen innerhalb des Kantons Mersch eine selbstständige Gemeinde mit einem Flächenraum von 929 ha und 391 Einwohner (Pettingen 159, Moesdorf 205, Essen 22, Hilbach 5). Der erste Bürgermeister Pierre Klein wurde später ersetzt durch Nicolas Senn. Letzterer demissioniert am 8.5.1815 und wird durch Peter Rauchs ersetzt. Später, ab 1819, steht Corneil CLOS an der Spitze der armen Gemeinde, welche auf Beschluß des Innenministeriums im September 1823 der Gemeinde Mersch angeschlossen wird.
Traditionsgemäß bestand in Moesdorf immer eine Kapelle. Am 23.11.1843, als Moesdorf mit Pettingen/Essingen, eine eigene Pfarrei bildete, war auch eine neue Kirche gebaut worden. (Unternehmer B. Kintzelé aus Heisdorf). Seit 1843 wirkten hier still und bescheiden folgende Pfarrherren: Joh. Schank 1843-1847, Mich. Hippert 1847-1856, Joh. Weiler 1856-1874, Nic. Court 1874-1876, J.P. Wolff 1876-1897, Henri Thewes 1897-1910, Jos Menninger 1910-1935, J.P. Suttor 1935-1956 und als letzter Pfarrer kennen wir vom 1.1.1957 - 31.7.1991 Hochwürden Emile Margue.
Der hölzerne Alzettesteg von Moesdorf nach Pettingen wurde Ende des vorigen Jahrhunderts durch eine Eisenkonstruktion ersetzt, welche genau wie die Brücke von Essingen im September 1944 gesprengt wurde.
Im Zuge der Brückenerneuerungen durch den "bureau des dommages de guerre" wurden beide Brücken dann durch Steinbauten Ende der 40er Jahre ersetzt.
Das Leben in Moesdorf verlief immer in friedlichen fast idylischen Bahnen. Nur einmal hatte man aufbegehrt, als man glaubte, die Ratsherren von Mersch würden die Bauern um ihre Gelder bringen, die ihnen von Requisitionen, Fuhrdiensten und sonstigen Leistungen an die französische, napoleonische Militärverwaltung zustanden.
Die Schule von Moesdorf bestand schon im Wälderdepartement. Am 2.12.1810 erklärten Nic. Schmit, Kaplan in Pettingen und Nic. Oswald, ehemaliger Benediktiner der Abtei Orval und Sekretär der Gemeinde Pettingen, daß sie die kaiserliche Universität besuchen würden, um später als Lehrer der Schulkinder in Pettingen und Moesdorf tätig zu sein.
Die ersten Lehrer von Moesdorf hießen Michel Link, gebürtig von Moesdorf und Jean Waldbillig von Lintgen. Die erste Schule von Moesdorf befand sich im alten Hirtenhaus (Haus von Frl. Biwer). 1853 beschloß man einen Schulneubau, doch einige Jahre später konnte dieser Bau verwirklicht werden. Zu diesem Zweck kaufte man das Haus Hilger und nach Plänen von Kondukteur Hennes aus Mersch baute der Unternehmer Pierre Huss von Beringen das alte Bauernhaus Hilger in eine Schule um.
Zu diesem Zeitpunkt war die Landstraße nach Beringen und Cruchten, seit 1845, bereits fertiggestellt. Entlang dieses Weges entstand der Moesdorfer Friedhof nach Plänen von Architekt Eberhard, der auch die Pläne der Kirche zeichnete. Das Pfarrhaus entstand 1845 nach Plänen von Pierre Kinkels, Zimmermeister aus Bissen.
Viele Lehrer wirkten an der Schule von Moesdorf, doch am längsten stand hier Herr Eugène Schroeder am Katheder, nämlich von 1914-1953 mit kurzen Unterbrechungen während des 2. Weltkrieges, als er Leiter der Merscher Hauptschule und Dolmetscher bei der U.S. Army war. Vom 21.1.1958 - 31.12.1969 war der ehemalige Lehrer von Moesdorf dann auch Bürgermeister der Gemeinde Mersch.