
Die Schenkungsurkunde Erkanfridas (1.4.853) erwähnt einen Wald in Beringen, welcher der Reichsabtei St. Maximin zufällt. Als der Herr von Mersch, Johann von Meilberg am 07.01.1325 die Hochgerichtsbarkeit von Johann dem Blinden erhielt, befand sich auch Beringen in der Liste der Meiereien, welche zu dieser Gerichtsbarkeit gehörten.
Indessen besaß auch die Herrschaft Koerich von altersher Streugüter in Kruchten und Beringen, die später an den Schloßherrn in Ansemburg fielen. Zweifellos gehörte der größte Teil des Dorfes jedoch zur Herrschaft Mersch, denn die bekannten ältesten Weistümer von Mersch, aus den Jahren 1542 resp. 1584; tragen auch die Unterschriften der Beringer Scheffen, Johann von Beringen und Kirsteins Dietherich.
Im Schöffenweistum vom 28.9.1612, unterschrieben von den Hochgerichtsscheffen Sondagh Schumacher von Beringen, erfahren wir, daß " alle Inwohner des Dorffs berringen schuldigh sindt mit zum Geschrey (Galgen) zu gehen, ausgenommen drey Vogteien: Meyer Theiss, Erges hanss und Schillen hanss, welche dem herrn von Rollingen (Raville von Koerich) zugehoeren."
Das Dorf Beringen wurde während des 30jährigen Krieges weniger beschädigt, als andere Ortschaften des Alzettetals. Von ehemals 13 leibeigenen Gütern bestanden nach diesem schrecklichen Krieg noch 12 Haushalte.
Während der Franzosenzeit (1795-1814) wurde Beringen der Gemeinde Mersch als Sektion zugeteilt. 1837-1840 wurde durch den Unternehmer Mathias Probst eine neue steinerne Brücke über die Alzette gebaut.
Im September 1944 wurde diese Brücke von den Deutschen beim Rückzug gesprengt und 1948/49 wieder durch den Unternehmer Jos Kieffer aus Dippach neu erbaut.
Am 18.6.1858 wurde Beringen von einer schweren Brandkatastrophe heimgesucht, welcher 11 Häuser zum Opfer fielen. In der Cholerazeit von 1865/66 wurde nur ein Opfer beklagt.
Am 6.9.1905 erfolgte die Einsegnung der neuen Kapelle. Die alte Kapelle die 1715 erbaut wurde entsprach nicht mehr den Bedürfnissen des Dorfes, wurde aber nicht abgerissen und konnte 1988 bestens restauriert werden. Die alte Schule neben dem Hirtenhaus, gleich gegenüber der alten Kapelle hatte um 1935 ausgedient.
In der neuen Schule (offizielle Einweihung am 22.10.1939 ) unterrichtete Lehrer Jos Schiltz 7 Volksschulklassen, zeitweilig bis zu 60 Schülern.
Am 13.2.1849 wurde der Beringer Landwirt Nic. SCHROEDER als 13. Bürgermeister der Gemeinde Mersch gewählt (bis Ende 1854).
Als die Eisenbahnlinie Luxemburg-Ettelbrück 1862 feierlich eröffnet wurde, konnten die Beringer stolz behaupten, daß der Bahnhof sich auf dem Gelände ihrer Sektion befinde. Auch die ersten Industrieterrains von Mersch, wo sich die Servaische Zuckerfabrik (1869) und die Ziegelfabrik von P. Schwartz (1894), dies - und jenseits des Bahnhofsgeländes, etablierten, gehörten zur Sektion Beringen.
Ab 1904 erhielten die ersten Häuser die Wasserleitung und nach 1912 das elektrische Licht, durch das Sägewerk Henckels.
1975 wurde der Verein "5x Beringen" gegründet, der sich in der Folgezeit neben dem "Gartenverein" (Coin de Terre et le Foyer) als Haupttriebfeder des Beringer Gesellschaftslebens entwickelte und schließlich auch den Bau der "Hall Irbicht" bewirkte.
In den 50er Jahren wurde unter Mitwirkung der F.A.M (Fonderie) oberhalb Beringen eine große Wohnungssiedlung gebaut, welche im Volksmund "Cité" genannt wurde. Ein ähnliches Bauvorhaben wurde Ende der 70er Jahren in der rue Hurkes realisiert.