
Von der ehemaligen Talburg von Schoenfels konnte sich allein der gewaltige Wohnturm (19x16 und 21m hoch) in unsere Gegenwart hinüber retten. Die feudalen Grundherren von Schoenfels, obwohl sie dem uralten luxemburger Adel angehörten, vermochten nur eine kleine Rolle in unserer Nationalgeschichte zu spielen.
Schonevels wird erstmals 1156 in einem Dokument der Abtei Echternach erwähnt, wahrscheinlich bezüglich der Schloßkapelle, welche dem hl. Willibrord geweiht ist. Sie stand gleich vor dem Schloß und hatte, laut Visitationsbericht des Jahres 1570 einen Kirchhof nebst Begräbnis.
Im 12. Jahrhundert ist auch ein Theodorius de Schonevels bekannt. Etwa um 1237 verfügt eine gewisse GERTRUDIS, Witwe des Ritters Hermann de VELDENZ, daß ihr Neffe Johanns von Schmidtburg Güter aus ihrem Erbteil mütterlicherseits erhält, mit Ausnahme der Grundstücke in Schönfels. Die Schmidtburgs entstammen der selben Rasse wie die Herren von Hollenfels und Brandenburg. FERRI, alias Friedrich von Schoenfels erbaute 1292 einen befestigten Hof, aus welchem sich die Burg von Schoenfels entwickelte.
1476 kennen wir Johann von Püttlingen als neuer Schloßherr und wenig später Heinrich Schliederer von Lachen (auch Schlöder von Lachen genannt), verheiratet mit Margareta von Püttlingen. Um 1700 teilten sich Ch. Anton Schliederer von Lachen und Theodore von Neunheuser die Herrschaft Schoenfels, welche dann später ganz in den Besitz von Pierre-François de GALLIOT de GENOUILLAC kam. Letzterer hatte Marie- Catherine de Neunheuser geehelicht.
Über das Gewohnheitsrecht der Leibeigenen von Schoenfels berichtet uns das Weistum von Schoenfels aus dem Jahre 1682. Die Ortschaft "Schinfeltz" hatte während des 30 jährigen Krieges 4 von 13 leibeigenen Gütern eingebüßt, den Hirt einbegriffen.
1685 erhielt General Boufflers von Ludwig XIV den Befehl die Wehrburgen unseres Landes zu schleifen, darunter auch Schoenfels. Der Herr von Schoenfels verfügte zwar über die hohe, mittlere und niedere Gerichtsbarkeit in seinem Herrschaftsbereich, doch konnte ein Todesurteil nur in Luxemburg vollstreckt werden. Zur Bannmühle an der Mamer waren alle Untertanen der Herrschaft Schoenfels verpflichtet. Sogenannte Streugüter, Renten und Lehen besaßen die Schoenfelser Grundherren u.a. in Hivingen, Garnich, Lintgen, Beringen usw. außerdem gehörten ihnen 5 Vogteien in Rollingen und 14 in Schoenfels selbst (Stand vom 25.3.1759).
1813 verkaufte Fr. Romain de Galliot-de Cassal seine Besitztümer in Schoenfels an J.P. Thorn-Suttor, Gouverneur der Provinz Luxemburg im Dienste der belgischen Revolution (1830). 1840 veräußerte Thorn Schoenfels und Hollenfels an Senator J. Engler aus Brüssel, welche dann 1842 an dessen Schwiegersohn Baron A. Goethals übertragen wurden. 1870 ließ letzterer neben dem mächtigen DONJON ein schönes Herrenhaus errichten, welches 1976 in einer Nacht und Nebelaktion vom Staat abgerissen wurde. Die Erben, die Familie VAN DEN POLL von Den Haag verkauften das Schloß mit dem großen Waldbesitz kurz nach dem 2. Weltkrieg an den Holzhändler Camille Weiss, der es 1971 teilweise dem Staat anbot.
Von der ersten Willibrord - Kapelle ging bereits die Rede. Die heutige Kapelle wurde 1880 erbaut. Der alte Kirchhof, der dem Schloß vorgelagert war und der neuverlegten Straße weichen mußte, war bereits um die Mitte des vorigen Jahrhunderts geschlossen worden.
Schoenfels hatte nur einmal für Schlagzeilen gesorgt und zwar am 6.4.1832 als Gouverneur J.B. Thorn durch den Zöllner Frappier und einigen andern beherzten Orangisten auf Intervention der Gebrüder de Tornaco nahe der "Schäferei" von Schoenfels in Gefangenschaft geriet. Thorn wurde am 23.11.1832 wieder auf freien Fuß gesetzt.
Die Schule von Schoenfels, gemischte Klasse, wurde 1854 gebaut. Im Durchschnitt lernten hier 20 Schüler, Knaben und Mädchen, die elementaren Schulkenntnisse. Im letzten Weltkrieg bevölkerte das Dorf sich mit Kindern aus den Südgemeinden. Auf Initiative von Kreisleiter Diehl hatte der Chef der Zivilverwaltung Anfang Mai 1941 Schloß Schoenfels in ein Landschulheim umfunktioniert, wo zeitweilig bis zu 100 schulpflichtige Kinder untergebracht waren.
Schoenfels hat, Gottlob, seinen Dorfcharakter weitgehend erhalten können. Besonders sagenumworben sind die Felsenketten der "Mamerlayen", oberhalb des Dorfes, welche sich entlang der Hauptstaße und der Mamer bis nach Mersch hinziehen.